Goethe in Stuttgart
Von Bernd Mahl. Eine Dokumentation mit zeitgenössischen Abbildungen.Die beiden Besuche Goethes in Stuttgart hatten bemerkenswerte Folgen: Beim ersten Besuch begegnete Goethe, der inkognito reiste, dem Medizinpreisträger Schiller, der genau wußte, wer vor ihm stand: Euphorisch erregt nahm er im Beisein des verehrten Dichters drei Preise entgegen. Diese Begegnung am 14.12.1779 im Weißen Saal des Neuen Schlosses ließ in Schiller den Plan reifen, Goethes Clavigo zu inszenieren, was der Karlsschüler im Februar 1780 umsetzte. Eine bis 2007 unveröffentlichte Abbildung zeigt das aus dem Gedächtnis rekonstruierte erste Zusammentreffen von Goethe und Schiller. Beim zweiten Besuch im Jahr 1797 äußerte Goethe, wie Dannecker berichtete: „Nun habe ich Tage hier verlebt, wie ich sie in Rom lebte.“ – ein großes Kompliment an jene Stuttgarter, mit denen Goethe Umgang hatte. Besonders wohl fühlte sich Goethe im Hause Rapp und unter den Stuttgarter bildenden Künstlern. Von den künstlerischen und architektonischen Arbeiten Haidloffs und insbesondere Thourets war er so angetan, daß er beide nach Weimar berief, um Schloß und Theater neu zu gestalten. Beide Besuche in Stuttgart hatten demnach interessante und überraschende Folgen.
Attempto Verlag Tübingen 2007, ISBN 978-3-89308-400-5

